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40 Jahre Pater-Rupert-Mayer-Zentrum

Mit einem Pontifikalamt und einem Festakt feierte das Pater-Rupert-Mayer-Zentrum der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. (KJF) 40-jähriges Jubiläum. H.H. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer gab den Kindern und Jugendlichen mit auf den Weg: „Jesus der gute Hirte kennt euch, er hat alle eure Namen in sein Herz geschrieben." Sein Dank galt all denjenigen, die für einen guten Unterricht und die Förderung der jungen Menschen Sorge tragen.

Das Jubiläumsjahr läutete die Einrichtung bereits mit einem gut besuchten Fachtag im März ein. Jetzt folgte der Festakt, an dessen Beginn der Pontifikalgottesdienst in der Pfarrkirche Herz Marien stand. Bischof Rudolf Voderholzer, Prälat Dr. Josef Schweiger und die weiteren Konzelebranten Pater Clemens Habiger, Domkapitular Msgr. Dr. Roland Batz, Geistlicher Rat Pfarrer Helmut Heiserer, Domkapitular Msgr. Thomas Pinzer und Stadtpfarrer Heinrich Börner feierten diesen mit der gesamten Schulfamilie und über 85 geladenen Gästen, , darunter neben den genannten Vertretern der Geistlichkeit Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Bürgermeisterin Gertraud Maltz-Schwarzfischer, MdL Dr. Astrid Freudenstein, Regierungsschulrätin Christina Bergmann und Schwester René aus der Partnereinrichtung Centre St. Joseph/Haiti. Sie alle gratulierten und stellten die besonderen Leistungen der Einrichtung heraus.

Pionierleistung der Gründer

KJF-Direktor Michael Eibl nahm die Gäste zu Beginn des Festakts herzlich in Empfang. Ihm war es wichtig, auf die Pionierleistung der Gründer aufmerksam zu machen, die das Förderzentrum auf den Weg brachten. Die KJF und mit ihr an der Spitze Prälat Dr. Josef Schweiger, 1. Vorsitzender der KJF und damals Direktor, haben sich dieser Herausforderung gestellt und insgesamt zwölf Förderzentren und Förderberufsschulen in der Oberpfalz und in Niederbayern aufgebaut. Die Wünsche und Bedürfnisse der Eltern für ihre Kinder mit Behinderung hätten diese Entwicklungen maßgeblich mit bewirkt. Das gilt heute wie gestern. Die KJF forciert den Ausbau und die Weiterentwicklung ihrer Einrichtungen und Projekte hin zu inklusiven Angeboten, die dem Teilhabegedanken Rechnung tragen.

„Ein Glück, wenn es einem schwerbehinderten Kind so gut geht"

Diese Zeilen aus einem Elternbrief könnten kein schöneres Lob für unsere Einrichtung sein, so KJF-Direktor Michael Eibl. „Jedes einzelne Kind wird in den Blick genommen. Sie leisten hier Werteerziehung, religiöse Erziehung, heil- und sonderpädagogische Förderung und geben den Kindern gutes Rüstzeug für ihr Leben mit", bedankte sich Eibl bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Förderzentrums und dem Abteilungsleiter für Teilhabeleistungen im Bereich Kinder/Jugendliche in der KJF Bertin Abbenhues. Er machte weiter deutlich: ohne Partner geht es nicht. Bezirk und Regierung der Oberpfalz, die Stadt Regensburg, medizinische Einrichtungen und viele weitere Netzwerkpartner – sie alle leisten einen Beitrag; ihnen galt Eibls besonderer Dank.

In der Bildungslandschaft Regensburgs fest etabliert

Das Pater-Rupert-Mayer-Zentrum, ein Förderzentrum für Kinder und Jugendliche mit einer Körperbehinderung oder motorischen Einschränkungen, blickt auf 40 Jahre Erfolgsgeschichte zurück. Das „Haus der Zukunft", so Gesamtleiter Reinhard Mehringer, gibt es ein klares Ziele: den Ausbau inklusiver Formen des Unterrichts. Das Haus der Zukunft ist ein Haus, in dem Kinder mit und ohne Behinderung  bestmöglich gefördert und gemeinsam lernen.

Der sich verändernden Schülerschaft trägt das Pater-Rupert-Mayer-Zentrum durch beständige Weiterentwicklungen Rechnung. Für viele der Schülerinnen und Schüler sind Förderzentren wie das Pater-Rupert-Mayer-Zentrum die einzige Möglichkeit in der bayerischen Schullandschaft eine individuelle und passgenaue Förderung zu erhalten. Teilhabe an Bildung und Erziehung wird hier ermöglicht. Und längst ist der Fürsorgegedanke Geschichte. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung sollen selbstbestimmt und chancengleich in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilhaben. Deshalb verfolgt das Förderzentrum einen subjektbezogenen Ansatz.

Pädagogik mit Herz 

Mit dieser Auszeichnung darf sich das Pater-Rupert-Mayer-Zentrum zu Recht schmücken. Und das gilt für die Komplexeinrichtung von der Frühförderung, über die Schulvorbereitende Einrichtung, das integrative Kinderhaus bis hin zur Schule mit Berufsschulstufe, die Tagesstätte und das Internat. Dort werden insgesamt über 900 Kinder gefördert und begleitet, 405 davon besuchen das Förderzentrum. 370 qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen Sorge dafür, dass der ganzheitliche Förderansatz und Bildungsauftrag erfüllt wird – mit Herz und hoher Fachlichkeit.

In einer Talkrunde mit den Ehrengästen, moderiert von KJF-Direktor Michael Eibl, sagte die Elternbeiratsvorsitzende Margret Schäfer: „Das Pater-Rupert-Mayer-Zentrum ist ein Geschenk, kleine Klassen und geschulte Leute, die meinem Kind viel Gutes getan haben."

Ausblick

„In zehn Jahren werden wir eine gute Mischung von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung hier haben. Wir werden weniger ‚klassisch‘ körperbehinderte Kinder haben, weil diese durch die Inklusionsbemühungen auch zunehmend Regelschulen besuchen werden", meint Reinhard Mehringer. Er geht davon aus, dass sich das Pater-Rupert-Mayer-Zentrum weiterhin und verstärkt mit Kindern aus dem Autismusspektrum beschäftigen wird und dass die psychischen Beeinträchtigungen in unserer Gesellschaft massiv zunehmen werden. „Ich hoffe, dass wir in zehn Jahren mit immer noch geringen Klassenstärken dafür geeignete Förderorte anbieten können. Das heißt Ausbau der psychologischen und heilpädagogischen Angebote im Fachdienst und enge Zusammenarbeit mit Kinder- und Jugendpsychiatern. Ich sehe dies von der gesellschaftlichen Entwicklung her deutlich auf uns zukommen", so Mehringer.

 

Text und Bilder: Christine Allgeyer